MALTA

Malta ist das kleinste der neuen Beitrittsländer, aber mit seinen 1 234 Bewohnern pro km2 auch der am dichtesten besiedelte Staat Europas. Das Land ist ein Archipel, der aus den drei Inseln Malta, Gozo und Comino besteht. Im Zentrum des Mittelmeers gelegen, hat Malta im Laufe seiner langen Geschichte eine reiche Verschmelzung von Kulturen und Zivilisationen erlebt: Araber, Phönizier, Karthager...Nach 150 Jahren britischer Herrschaft wurde Malta 1964 unabhängig und am 13. Dezember 1974 zur Republik. Die offiziellen Landessprachen sind Maltesisch und Englisch. Dank eines seit etwa zehn Jahren anhaltenden Wachstums geht es der maltesischen Wirtschaft relativ gut: Das Einkommen pro Einwohner entspricht etwa dem von Portugal, die Arbeitslosenquote entspricht dem Durchschnitt der derzeitigen 15 Mitgliedstaaten der Europäischen Union, die Inflation ist mit 2,2 % im Jahr 2002 ausgesprochen niedrig. Der einzige Schwachpunkt ist die ziemlich hohe öffentliche Verschuldung: im Jahr 2000 60,6 % des BIP. Malta hält trotz seiner kleinen Größe beachtliche Trümpfe in der Hand: sein touristisches Potenzial, qualifizierte und mehrsprachige Arbeitskräfte, hoch moderne Wirtschaftssektoren im Bereich der Elektronik (Halbleiter). Allerdings sind auch Schwachpunkte zu erkennen, zum Beispiel Probleme mit dem Müllmanagement, schlechte Wasserqualität oder die anfällige Landwirtschaft. Malta, das die drittgrößte Handelsflotte der Welt besitzt, galt jahrelang als Paradies für Billigflaggen – nicht gerade ein ehrenvoller Ruf. Heute bemüht sich das Land durch eine Reform seines Seegesetzbuches, sein angekratztes Image aufzupolieren. Das politische Leben des Landes wird von zwei Parteien geprägt: der nationalistischen (konservativen) Partei und der Arbeiterpartei. Erstere ist proeuropäisch eingestellt; sie hat die Liberalisierung des Landes in Angriff genommen und Importbarrieren abgebaut. Als 1996 die Arbeiterpartei an die Macht kam, wurde Maltas Antrag auf den Beitritt zur Europäischen Union zurückgezogen, nur um zwei Jahre später, als die nationalistische Partei wieder am Ruder war, erneut eingereicht zu werden. Als erstes Bewerberland hat Malta seine Bevölkerung am 8. März 2003 über den Beitritt entscheiden lassen. Das Ergebnis –53,65 % Ja-Stimmen – ist ein klarer Sieg für den konservativen Premierminister Edward Fenech Adami. Im Gegensatz zu den mittel- und osteuropäischen Ländern hat Malta nicht von den beiden Heranführungsinstrumenten Sapard (Landwirtschaft und Entwicklung des ländlichen Raums) und ISPA (Verkehr und Umwelt) profitiert. Aber deshalb wurde die Insel noch lange nicht vergessen: Für den Zeitraum 2000-2004 wird sie über die Heranführungsinstrumente insgesamt 38 Mio. EUR erhalten – eine Summe, zu der noch diverse Beihilfen von MEDA, dem Instrument für Euro-Mittelmeer-Partnerschaften, hinzukommen. Derzeit ist Malta damit beschäftigt, seine künftige Politik zur Beseitigung regionaler Unterschiede vorzubereiten und seinem Entwicklungsplan für 2003-2006 den letzten Schliff zu geben. Von 2004-2006 müsste Malta im Rahmen von Ziel 1 rund 55,9 Mio. EUR erhalten.

 

Quelle

inforegio Panorama

Europäische Union Regionalpolitik

 

Fläche

316 km2

Bevölkerung

393 000 Einwohner (2001)

Bevölkerungsdichte: 1 234 Einw./km2

(EU-15: 118 Einw./km2)

Wirtschaft und Beschäftigung

Index Pro-Kopf-BIP/KKS (2000):

53 (EU-15: 100)

Arbeitslosenrate (2002):

7,4 % (EU-15: 7,6 %)