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Belgien

1995 erwirtschaftete es 56,3% seines BIP im Außenhandel. Fünf Jahre später waren es 76%. Diese durch historische (Entwicklung des Hafens Antwerpen, Drehscheibe zwischen den Großmächten) und natürlichen Faktoren (geringe territoriale Ausdehnung, große Bevölkerungsdichte) bedingte Öffnung ist nur aufrechtzuerhalten, wenn mit Entschiedenheit auf Produktivität gesetzt wird. Nach Luxemburg ist Belgien das produktivste Land der EU. Bezogen auf die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden übersteigt Belgiens Produktivität seit den neunziger Jahren die der gesamten Union um 25%. Diese Öffnung ist auch die Erklärung dafür, warum die Entwicklung der belgischen Wirtschaftstätigkeit der der EU sehr nahe kommt, vor allem der seiner größten Handelspartner Deutschland, Niederlande und Frankreich. Im Jahr 2000 verzeichnete Belgien ein Wachstum des BIP um 4% gegenüber 3,3% auf EU-Ebene. Obwohl die meisten seiner makro-ökonomischen Indikatoren mehr als zufrieden stellend sind, weist Belgien auch bestimmte Besorgnis erregende Schwächen auf, wie eine hohe Staatsverschuldung (113% des BIP), eine hohe Arbeitslosenquote (13% in Brüssel und in der wallonischen Region) oder auch seine starke Abhängigkeit von der externen Konjunktur.

Von Brüssel bis zum Hennegau

Eine eingehendere Analyse lässt ebenfalls große Entwicklungsunterschiede innerhalb des belgischen Staatsgebietes erkennen. Das BIP von Brüssel-Hauptstadt, der reichsten Region des Landes und der drittreichsten im europäischen Maßstab, ist doppelt so groß wie das des Hennegaus, der ärmsten Region. Die früheren Industriegebiete (im Hennegau, in den Provinzen Limburg, Lüttich und Antwerpen) leiden häufig unter Problemen der wirtschaftlichen und sozialen Umstellung. Während der Norden des Landes sofort auf den Zug der zweiten industriellen Revolution aufgesprungen ist, hat der Süden den Niedergang der Industrien der ersten Generation nur teilweise durch eine Umstellung auf Sektoren wie Leichtmaschinenbau, chemische Industrie oder Nahrungsmittelwirtschaft ausgeglichen. Eben diese regionalen Ungleichheiten sollen durch die Strukturpolitik der Union verringert werden. Der Hennegau, wo einst der Steinkohlebergbau und die Textilindustrie vorherrschten, ist heute Hauptempfänger gemeinschaftlicher Fördergelder. Er ist zwar nicht mehr unter Ziel 1 (EU Finanzierung für Gebiete mit Entwicklungsrückstand, deren BIP unter 75% des europäischen Durchschnitts liegt) förderfähig, erhält aber Übergangshilfe mit einem Mittelumfang von 645 Millionen Euro. Im Rahmen von Ziel 2 (Hilfen für Gebiete mit Strukturproblemen), das 1,269 Millionen Einwohner betrifft, können 433 Millionen Euro bereitgestellt werden. Damit sollen Umstellungsprojekte in Gebieten, die früher auf die Kohleindustrie ausgerichtet waren, gefördert, aber auch die Umstellung ländlicher Gebiete der Provinzen Ostflandern und Westflandern im Norden des Landes sowie der Provinzen Namur und Luxemburg im Süden unterstützt werden.

 QUELLE

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Schlüsselindikatoren

Bevölkerung1: 10,2 Millionen

Fläche: 30 500 km2

Bevölkerungsdichte: 334,4 Einwohner/km2

BIP (Jahr 2000)2: 230 Milliarden Euro

BIP im Verhältnis zum BIP

der EU (Jahr 2000)3: 110,6

Wachstum des BIP (Jahr 2000)4: 4%

Inflationsrate (Jahr 2000)4: 2,7%

Arbeitslosenquote4 (Jahr 2000): 7%

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