An der Grenze der Lebensfähigkeit

Haushaltsentwurf für Hohenleuben kündigt neue Grundsatzdebatten im Stadtrat anVon Steffen Beikirch Hohenleuben (OTZ). 2008 wird für Hohenleuben hart: 34 000 Euro mehr Kreisumlage, 10 000 Euro mehr Schulumlage und 13 500 Euro mehr Zuschuss für Kinderbetreuung sind voraussichtlich zu zahlen. Gleichzeitig soll die Investitionspauschale des Landes wegfallen, womit weitere 36 000 Euro fehlen. Und auch der Umlagesatz an die VG Leubatal hat sich um einen Euro pro Einwohner und Jahr erhöht. So muss Hohenleuben trotz weiter schrumpfender Bevölkerung den gleichen Betrag wie 2007 berappen - 185 000 Euro.Die immer knapper werdenden Spielräume stachelten am Montag zur ersten Haushaltslesung im Stadtrat zu neuen Grundsatzdebatten an. "Wir sind eigentlich nicht mehr lebensfähig", stellte Bernd Funke (FDP/Bürger für Hohenleuben) fest. Und Heidrun Sedlacik (Die Linke) forderte ein weiteres Mal den Austritt aus der VG.Im Etat-Entwurf stehen im Verwaltungshaushalt 1,314 Millionen Euro (2007: 1,323 Millionen) und im Vermögenshaushalt 430 481 Euro (2007: 462 309 Euro). Während das Verwaltungsbudget ausgeglichen ist, müsste für den Vermögensetat ein Kredit über 212 660 Euro aufgenommen werden. Laut Modellrechnung der Kommunalaufsicht durchaus möglich, meint Kämmerin Petra Masur. Geht nicht, widerspricht dagegen Heidrun Sedlacik. In ihrer ersten Stellungnahme brachte sie durch die Blume wieder die Idee von einem Bürgerhaushalt ins Spiel. Angesichts der knappen Kassen sollten die Einwohner selbst entscheiden, welche Projekte ihnen wichtig sind.13 Baumaßnahmen stehen auf der Wunschliste im Vermögenshaushalt. "Wenn wir die Investition am Reußischen Hof machen, ist alles andere gestorben", konstatierte Sedlacik. Da ja auch die 111 000 Euro Jahresfehl von 2006 im nächsten Jahr getilgt werden müssten. Die Kreisumlage (2008: 279 000 Euro) und die Schulumlage (2008: 80 000 Euro) seien enorm gestiegen. "Was tut eigentlich unsere Landrätin?" fragte Sedlacik und forderte Kreischefin Martina Schweinsburg (CDU) auf, wegen des künftigen Finanzausgleichs "nach oben aktiv zu werden". Ihren Bürgermeister Klaus Köhler bat sie, mit Zeulenroda-Triebes über eine erfüllende Gemeinde zu verhandeln, weil man sich die Verwaltung durch die VG Leubatal nicht mehr leisten könne. VG-Chef Matthias Lindig warf sie vor, kein Zukunftskonzept zu haben. "Ich erwarte, dass er sich an die Seite der Kommune stellt."Auf Sedlaciks Vorschlag wurde der Etat-Entwurf am Ende zur Beratung in die Ausschüsse verwiesen. Sie müssen nun diskutieren, ob die Stadt einen Kredit aufnehmen will. Und auch, wie man in den nächsten Jahren noch Investitionstätigkeit sichern kann. Denn: "Der Investplan ab dem Jahr 2009 ist völlig inakzeptabel", meinte Bernd Funke.Investitionsvorhaben 2008 (Schwerpunkte im Entwurf):Straßenbau Untermarkt (84 000 Euro), ländlicher Wegebau Brückla - Waldschänke (73 000 Euro), Dach und Blitzschutz Reußischer Hof (46 000 Euro), Beckenstaubsauger Waldbad (23 000 Euro), Bushaltestelle auf dem Markt (7 000 Euro) 30.10.2007    

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