Teilnehmer
am 7. Hohenleubener Bürgerstammtisch bekräftigen ihr Selbstverständnis
für linke Kommunalpolitik Am
9. September diskutierten und resümierten die 20 Teilnehmer
wie sich Jeder an seinem Platz in die gesellschaftlichen Prozesse
aktiver einbringen kann. Zusammenfassend einigten wir uns darauf, dass wir
zunehmend widerständige Bürgerinnen und Bürger in den
Kommunen brauchen. Hier
das Ergebnis unserer Diskussion: 1.
Das Leben in der Kommune ist für
den größten Teil der Menschen der wichtigste Bezugspunkt des persönlichen
und sozialen Lebens. Er ist ähnlich wichtig, und gleichzeitig auch
intensiv damit verzahnt, wie das Leben in und mit der Familie oder
Partnerschaften. Die wichtigsten Wünsche an ein gutes Leben konzentrieren
sich auf die Kommune: Bezahlbarer
und komfortabler Wohnraum; ausreichend und gute Arbeitsplätze; wenig
Verkehr und Lärm; eine intakte Umwelt und gut erreichbare
Naherholungsgebiete; ein breit ausgebautes Nahverkehrssystem mit niedrigen
Fahrpreisen; gute Schulen und
Kindereinrichtungen; ein dichtes Versorgungsnetz im Gesundheitswesen;
vielfältige Einkaufsmöglichkeiten, kurze Wege zur Arbeit und zum
Einkaufen; vielfältige und bezahlbare Kultur- und Sportangebote für alle
Alters- und Interessengruppen; bürgernahe Behörden und gebührenfreie
Verwaltung; kostenlose und sichere Abfallentsorgung. Das
sind unsere Gründe für den Schwerpunkt der politischen Arbeit in der
Kommune. Die LINKE ist keine Stellvertreterpartei, sondern ein Angebot an
alle, die sich wehren wollen und die sich wehren müssen, es gemeinsam zu
tun. 2.
Wird sich immer an den Wünschen und Bedürfnissen der Menschen
orientiert? Die bisherige
Kommunalpolitik ist nur das letzte Glied einer
verhängnisvollen Kette von angeblichen Sachzwängen der
kapitalistischen Marktwirtschaft. Das kommunale Leben soll möglichst
kostengünstig verwaltet, die Europa-, Bundes- und Landesvorgaben geräuschlos
umgesetzt und das gesamte
Leben den Erfordernissen der Marktwirtschaft und privaten Profitinteressen
untergeordnet werden. Die
kommunale Selbstverwaltung und eine wirtschaftliche Unabhängigkeit sind
nur hohle Phrasen und werden jeden Tag und überall von der Wirklichkeit
konterkariert. Die Kommunen werden finanziell ausgeblutet und
wirtschaftliche Eigenaktivität, alternative Produktionsformen und
kulturelle Selbstbestimmung werden durch Gesetze, Verordnungen und
gegebenenfalls auch ideologische Kampagnen im Keim erstickt. Wie immer
sind die Menschen mit geringen Einkommen und geringer Bildung die größten
Leidtragenden dieser Verhältnisse: Arme, alte Menschen, Kinder, Frauen
und MigrantInnen, und alle, denen die Chance genommen wird, nach ihren Bedürfnissen
und Fähigkeiten am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Die
Erwartungen an DIE LINKE, sich mit diesem zentralen Widerspruch im
kommunalen Leben nicht abzufinden sind groß und wir müssen noch
deutlicher zeigen, dass wir uns gerade
in der Kommune den aufgezwungenen Spar- und Sachzwängen nicht beugen. Im
Wahlkampf ist dieser Gegensatz von dem, was möglich ist und dem,
was Wirklichkeit ist, lautstark aufzudecken damit sich Menschen anschließen,
eine andere Art von kommunalem Leben fordern. Die LINKE will widerständige
Kommunen mit widerständigen und selbstbewussten Bürgern und Bürgerinnen.
3.
Die politische Selbstverwaltung der Kommunen wird von den Menschen zu
Recht nicht besonders ernst genommen. Die bisherige Kommunalpolitik wird
als das wahrgenommen, was sie ist: hilflos den wirklich mächtigen
Strukturen – den privaten Unternehmerinteressen, der Verwaltungsbürokratie
und den Landes- und Bundespolitikern -
ausgeliefert, kompetenzlos und finanziell abgewürgt. Die
Akteure der Kommunalpolitik werden oft als
wirkungslos betrachtet, zu durchschaubar sind Bestrebungen eigene
Interessen vordergründig
umzusetzen. Die
viel beschworene "Politikverdrossenheit" speist sich jeden Tag
durch die realen Verhältnisse. An den Kommunalwahlen nehmen immer weniger
Menschen überhaupt teil. Die politischen Vertreter in den Kommunen sind
samt und sonders Minderheitenpolitiker. Die größte Partei ist die der
NichtwählerInnen. Wir
LINKEN kämpfen für eine vollständig andere Art der Selbstverwaltung und
des selbst bestimmten kommunalen Lebens. Die wichtigsten Bedürfnisse der
Menschen nach Gesundheitsversorgung, Ausbildung für Kinder und
Jugendliche, Mobilität, Energie- und Abfallwirtschaft
lassen sich nicht durch privatwirtschaftlich betriebene Unternehmen
erfüllen. Richtschnur
für solche Bedürfnisse ist die Verfügbarkeit für alle und der Schutz
der Beschäftigten. Der bestehende Widerspruch führt zu regelmäßigen
Interessenskonflikten zwischen der Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger
und der Verwaltung und den privaten Unternehmen. Die LINKE ist in diesen
Konflikten nicht neutral. Sie steht auf der Seite der Menschen, die sich für
ihre berechtigten Alltagsbedürfnisse einsetzen. Die LINKE steht besonders
auf der Seite der Benachteiligten und Einflusslosen. 4.
Die LINKE bekennt sich deshalb zu einer neuen und engagierten Subjektivität.
Wir wollen all denen eine Stimme zu geben, die verschwiegen und übergangen
werden. Unser zentrales Projekt ist nicht weniger als "Jetzt wählen
wir uns selbst". Gerade in der Kommune wird nur das zu erhalten sein,
was sich die Menschen selbst holen und erstreiten. Die
LINKE wird sich deshalb vorrangig um die Belange der Menschen in der
Stadt, im Kreis, in den Betrieben, an Schulen und öffentlichen
Einrichtungen kümmern will sich ausschließlich an ihrer Aktivität an
der Seite der Bevölkerung messen lassen. Die
LINKE ermutigt, unterstützt und initiiert in diesem Sinne vielfältige
Aktivitäten der Selbstbestimmung und des Widerstandes an der Seite von
sozialen, umwelt- und gewerkschaftlichen Initiativen und Gruppen. Sie kämpft
mit kulturellen und Friedensprojekten und an der Seite von Migranten- und
Behindertenorganisationen. Diese Politik der Selbstbestimmung und des
Widerstandes ist bunt, radikal und auch widersprüchlich. Sie ist
lebendig, denn LINKS schlägt nicht nur das Herz, LINKS ist die Zukunft. Heidrun
Sedlacik, Hohenleuben Wer
DIE LINKE wählt, wählt sich selbst! |