Narren-Regie bis Aschermittwoch  

HCV-Hoheiten nebst Volk übernehmen den Rathaus-Schlüssel von Hohenleuben (OTZ/Voigt).

Muss man wirklich bis 11.11 Uhr warten, um das närrische Kommando zu übernehmen? Nicht in Hohenleuben. Bereits weit vor dem karnevalistischen Nicht-Glockenschlag dominierte gestern das Rot-Weiß des Hohenleubener Carneval-Vereines (HCV) das Städtchen auf der Höhe. Vom Festwagen sangen die HCV-Barden samt Damen wenn schon nicht immer textsicher, so doch mit Inbrunst ihre Lieder, heizte ihr Präsident Roland Hirsch mit lockeren Sprüchen das Publikum an und hatten die Frauen des Vereins bereits Hohenleubens neues Symbol, den frühesten Weihnachtsbaum mindestens des Landkreises, mit rot-weißen Schleifchen gar wohlgefällig geschmückt.

Zur guten Laune der weit über 100 Zuschauer des Spektakels trug neben dem sonnigen Wetter - laut Hirsch "bestellt für so teures Geld, dass ihr alle noch länger bleiben müsst" - die Labsal in fester (Roster) und flüssiger Form (Glühwein) bei; für die offensichtlich vollzählig erschienenen Jüngeren aus Grundschule und Kindergarten tat es die kiloweise prasselnde Ladung "Süßes" ebenso. Nur die Insassen der Haftanstalt, von denen einige vernehmlich am Markt-Treiben gern teilgenommen hätten, blieben auch gestern Gitter und Tor verrammelt.

Ziemlich beeindruckt von der angekündigten Erstürmung des ohnehin bescheidenen Rathauses durch die rot-weiße Rotte zeigte sich schließlich Frank Urbansky, Vertreter des Vertreters des erkrankten Bürgermeisters Klaus Köhler.

Die Tür bereits offen, erschien der Vorsitzende des Stadtausschusses für Jugend, Kultur und Sport auf nur einen Zuruf des zumindest stimmlichen Riesen Hirsch und kapitulierte sogleich. Allerdings nicht, ohne zuvor allerlei Huldigungen auszubringen, etwa das Lob für die Wiederbelebung des "Reußischen Hofs", in dem nun sogar wieder Konzerte stattfinden. Der HCV leiste einen unverzichtbaren Beitrag nicht nur für das kulturelle Leben in Hohenleuben, betonte Urbansky. Und gab dann endlich die Rathaus-Schlüssel her, womit schließlich Prinz Steffen der Zweite mit seiner aus Triebes "entführten" Prinzessin Nadine der Ersten die Übernahme der Amtsgeschäfte verkünden durfte. "Leim bleibt Leim", sowieso, und ziemlich närrisch.

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