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Pressemitteilung
Pößneck,
den 05.05.08 Die
Abschaffung von Straßenausbaubeiträgen stand im Mittelpunkt einer Bürgerversammlung
am 30.04.08 im „Ratskeller“ in Pößneck. Eingeladen hatte die „Bürgerinitiative
für Recht und Sicherheit Orla e.V.“ (BIRSO). Nur die
Landtagsabgeordnete Frau Sedlacik (DIE LINKE), folgte der Einladung von
politischen Verantwortlichen. Herr Kalich (DIE LINKE) und der Bürgermeister
der Stadt Pößneck, Herr Modde, entschuldigten sich. Frau Künast (SPD),
Herr Schugens (CDU) und Herr Wetzel (CDU) reagierten erst gar nicht auf
die Einladung, was viele der 40 Besucher als bezeichnend für die
Abgabenpolitik der CDU und SPD verstanden. Frank
Kuschel, Landtagsabgeordneter der Partei „DIE LINKE“ im Thüringer
Landtag und Geschäftsführer des Kommunalpolitischen Forums Thüringen,
sowie die Juristin Frau Cordula Eger, Mitarbeiterin des Bürgerbüros der
Partei DIE LINKE im Thüringer Landtag, erläuterten die geplanten Änderungen
der CDU Landesregierung zum Straßenausbaubeitragsrecht. Wichtigste Änderung
ist wohl, dass bis Ende 2012 Gemeinden welche noch keine Straßenausbausatzung
erlassen haben, gezwungen werden, derartige Satzungen mit einer Rückwirkung
bis August 1991 zu erlassen. Wolfgang Kleindienst, Vorsitzender der BIRSO,
brachte es auf den Punkt: „Für die Bürger heißt dies, Tausende Euro für
eine Leistung zu zahlen, die nicht vorhersehbar waren und auch keinen s.g.
wirtschaftlichen Vorteil für das Grundstück bringt. Denn Straßenbau
dient allen Menschen, unabhängig ob Anlieger oder Nutzer und sollte über
Steuern finanziert werden, wie schon bei Autobahnen, Bundes-, Land- oder
Kreisstraßen.“ Kuschel nahm auch Bezug auf die aktuelle Rechtsprechung
in Thüringen. Dabei müssen Gemeinden mit wiederkehrenden Straßenausbau-
beiträgen vor Inkrafttreten ihrer Satzung nun einmalige Beiträge rückwirkend
bis 1991 erheben. Betroffen davon ist auch Pößneck. Ist eigentlich eine
Oberflächensanierung mit einer neuen Teerschicht beitragspflichtig, wurde
gefragt? Nein, nur wenn die Trag- und Frostschutzschicht mit erneuert
werden, so die Aussage von Kuschel, dem Experten für Kommunalabgaben in
Thüringen. Dies war für die Stadtratsfraktion der BIRSO in Pößneck die
Bestätigung für unzulässige Kostenanteile in der Kalkulation. Trotzt
jahrelanger Hinweise und Anträge im Stadtrat haben bisher Verwaltung, Bürgermeister,
Stadträte aus CDU, SPD und FDP/Freie Wähler dies ignoriert. Die BIRSO
wird Ihren Mitgliedern Widerspruch gegen die Bescheide empfehlen, auch
weil die bisherige Satzung gegen die Rechtsprechung eines Urteils des ThürOVG
vom 11.06.07 verstößt. Dieter
Hain von der Bürgerinitiative Waltershausen sprach das eigentliche
Problem an. Es
sind fehlende Mehrheiten im Thüringer Landtag, welche zur Abschaffung
derartiger Zwangsbeiträge notwendig sind. Kleindienst betonte darauf hin,
dass in den nächsten Monaten die Bürgerinitiativen Thüringens, Vereine
und Wählergemeinschaften den Druck auf die politischen Verantwortlichen für
Gesetzgebung und Beitragssatzungen erhöhen werden. Die Meinungen der
Parteien und Wählergemeinschaften, z.B. zur Abschaffung von Straßenausbaubeiträgen
oder Herstellungsbeiträgen für Entwässerungseinrichtungen, sollen bei
den Landtags- und Kommunalwahlen 2009 in Thüringen für Hunderttausende
betroffene Bürgerinnen und Bürger eine wesentliche Rolle bei ihren
Wahlentscheidungen spielen. Besonderen Wert wird man auf die Meinung der
SPD legen, ob sie gewillt ist mit der „Linken“ die CDU abzuwählen und
somit die Zwangsbeiträge abzuschaffen. Für den 11.09.08 plant die Bürgerallianz
Thüringen, der Dachverband Thüringer Bürgerinitiativen, die nächste
Demo vor dem Landtag in Erfurt. Sie soll den heißen Wahlkampf einleiten,
betonten mehrere anwesende Mitglieder von Bürgerinitiativen. „
Bürgerinitiative für Recht und Sicherheit Orla e.V. ” BIRSO Vorsitzender
Wolfgang Kleindienst; 07381 Pößneck, Kastanienallee 4a; Tel. 03647
423223; Fu.Tel. 0151 16160108; E-Mail: kleindienst@birso.de; Internet:
www.birso.de |