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Rechtsextremen friedlich die Stirn geboten
Bei tropischen Temperaturen haben mehr als 1000 Menschen am Samstag in Gera gegen ein rechtsextremes Musikfestival demonstriert. Die
Gegendemonstranten saßen unter Sonnenschirmen oder Planen auf den Straßen.
An den Absperrungen der Polizei endete ihr Protest. Dahinter zogen unter
lauten Rufen und Pfeifen der Gegendemonstranten die Rechten zum
Festival-Gelände an der Weißen Elster.
Es
sei wichtig gewesen, den Rechtsextremen friedlich die Stirn zu bieten,
betonte Claudia Poser-Ben Kahla vom Runden Tisch. Parteien, Verbände und
Vereine standen hinter den Aktionen. Die Polizei wollte nach dem Festival
am Abend und in der Nacht das Aufeinandertreffen kleinerer Gruppen in Gera
verhindern. Geras Oberbürgermeister Norbert Vornehm (SPD) unterstützte die Proteste. Nur so könne man zeigen, dass die Nazis "in unserer Stadt nicht willkommen sind". Gera sei eine bunte, weltoffene und tolerante Stadt. Unter diesem Motto auch hatten die Aktionen mit Infoständen und einem Programm aus Musik und Tanz gestanden. Mit 15 Kundgebungen gegen Neonazis habe es so viele wie noch nie gegeben.
Kirchen
fordern mehr Aufklärung in Schulen Der
Oberbürgermeister forderte ein neues NPD-Verbotsverfahren. Solange die
Partei legal sei, könne die Stadt den Rechtsextremen Versammlungen nicht
verbieten. Als Oberbürgermeister habe er zwar kein Antragsrecht für
einen neuen Anlauf, aber er rechne nach dem Musikfest mit weiteren
Diskussionen in der SPD über ein Verbot der NPD. Der Regionalbischof Probst Reinhard Werneburg forderte mit Blick auf die Geschehnisse im Dritten Reich, dass "wir nicht wieder schweigen dürfen". Vielfalt und Freiheit seien ein wichtiges Gut. Er zog den Vergleich mit der deutschen Fußballnationalmannschaft. Sie habe «mit ihrer verschiedenen Herkunft» gezeigt, dass ein gemeinsamer Weg verbindet. Werneburg hatte zusammen mit mehr als 100 Menschen am Mittag an einem Friedensgebet in der Trinitatiskirche teilgenommen. Symbolisch trugen Geraer im Anschluss daran ein mit Nägeln bespicktes Kreuz zu den Kundgebungen. Es sei ein Zeichen der Buße kirchlicher Jugendgruppen, "weil Deutschland den Zweiten Weltkrieg begonnen hat", erklärte der pensionierte Pfarrer Franz Beutel aus Gera. Sein Amtskollege Roland Geipel forderte angesichts latent in Thüringen vorhandener rechter Tendenzen mehr Aufklärung in den Schulen.
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