Auch das sollten Sie wissen

 

Hier die Preisträger für die größten Sparschweinereien

Es darf wieder experimentiert werden! Im Ringen um den Titel der "größten Sparschweinerei" hatte die Jury mehr als ein Filetstück zu beurteilen. DIE LINKE prämiert die größten Sparschweinereien:

Der 3. Preis geht an die Bundesfinanzminister Schäuble und Arbeitsministerin von der Leyen. Bei allen Vorschlägen auf Kosten von Hartz IV-Empfängern sticht eine besonders hervor. Die Arbeitsgruppe "Standards" der Gemeindefinanzkommission der Bundesregierung schlug vor, 25 Quadratmeter Wohnraum sollen genug sein für einen allein lebenden Hartz IV-Empfänger. Dieser Vorschlag hätte auch von Guido Westerwelle stammen können: Endlich wird Schluss gemacht mit den 45 qm-Palästen, in denen so manch spätrömisch-dekadente Orgie gefeiert wurde! Georg Büchners Losung: "Krieg den Palästen!" wird endlich Wirklichkeit! Dennoch hat Ursula von der Leyen, die dazu ganz schlau bemerkt: "Die Voraussetzungen der Mietkosten sind sicher ganz unterschiedlich in der Innenstadt von München oder in der Uckermark." den 1. Preis verpasst. Denn wer ein wirklicher Sparfuchs ist, wäre schnell auf die Frage gekommen, warum man einem Hartz IV-Empfängern überhaupt eine Wohnung in München bezahlen soll, wenn der Staat sich mit Hartz IV-Empfängern in der Uckermark doch so viel besser sanieren kann.

Platz 2 geht an Gesundheitsminister Rösler. Auch er hatte seine Hand schon fast am Siegerpokal. In der Sonderwertung "Leere Geldbörse/Arbeitnehmer" liegt er mit der Erhöhung der Krankenkassenbeiträge ganz weit vorn! Allerdings ist ihm anzukreiden, dass Kreativität und Innovation zu wünschen übrig lassen. Eine einfache Beitragserhöhung zu Lasten der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer kann wirklich nur als altbackener Vorschlag der Gesundheitspolitik verstanden werden. Mit welcher Eleganz hatte er doch erst wenige Wochen zuvor den Eindruck erweckt, er würde sich wirklich mit der Pharmalobby anlegen. Wir loben allerdings den Mut, den man aufbringen muss, um eine Gesundheitssystem, das man schon jetzt als 2-Klassen-Medizin beschreiben kann, noch weiter in eine soziale Schieflage zu bringen. Daher: Hut ab vor Minister Rösler - was immer noch angenehmer ist, als ein pauschales "Kopf ab!"

Der 1. Preis für die größte Sparschweinerei geht an Bundesfamilienministerin Kristina Schröder, für ihre kreativen und überraschenden Vorschläge, wie sie 600 Millionen jährlich kürzen will. Nachdem es bei den Kürzungsvorschlägen der Vergangenheit Erwerbslosen, Rentnerinnen und Rentnern und chronisch Kranken an den Kragen gegangen ist, haben wir es hier mit einer Zielgruppe zu tun, an die sich die Politik bislang noch nicht herangewagt hat: Sie denken jetzt sicherlich, es ginge den Gewinnern und Profiteuren der Finanzmarktkrise an den Kragen. Weit gefehlt: gekürzt werden soll bei jungen Familien, insbesondere denen mit den ganz geringen Einkommen! Welche überragende, perfide Idee, dass dieser Vorschlag von der Familienministerin selbst kommt!

Ministerin Schröder macht Schluss mit der sozialen Hängematte, an die Kindern von Hartz IV-Empfängern schon in der Wiege gewöhnt werden! Endlich dürfen auch unsere Jüngsten am Wettbewerb um den härtesten Ellenbogen teilnehmen – so sind sie für unsere hartherzige Ellenbogengesellschaft bestens gerüstet. Und sie lernen schon von klein an, wo ihr Platz in dieser Gesellschaft ist: ganz unten!