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Gesicht zeigen!
Für
den 11. September sind in Pößneck bislang acht Versammlungen angemeldet
worden. Vereine und Vereinigungen wollen in der ganzen Stadt gegen das
Neonazi-"Fest der Völker" demonstrieren. Für
den 11. September sind in Pößneck bislang acht Versammlungen angemeldet
worden. Gegen das Neonazi-"Fest der Völker", das nach wie vor
im Lutschgenpark stattfinden soll, wollen an verschiedenen Stellen in der
Stadt das Bildungswerk Blitz und die evangelische Kirche, DIE LINKE und
die SPD, nicht zuletzt die Kampagne "Heidentum ist kein
Faschismus" des Pößneckers Marco Görlach demonstrieren. Das teilte
gestern auf Anfrage Klaus Mäder, Fachdienstleiter Öffentliche Ordnung im
Landratsamt des Saale-Orla-Kreises, mit. Sollten
weitere Versammlungsanmeldungen hinzukommen, könnte es eng werden in Pößneck,
gab Mäder zu verstehen. Die acht Veranstalter hätten insgesamt 2800
Besucher angekündigt. Der Neonazi André Kapke erwartet auf dem so
genannten Fest der Völker etwa 1000 Leute. Was
die Neonazis am 11. September in Pößneck konkret vorhaben, ist nach wie
vor offen. Angebote unter dem Dach des neuen Aktionsbündnisses "Pößneck
nazifrei" stellten im Stadtrat Pfarrer Jörg Reichmann und Philipp
Gliesing, Sprecher des Aktionsbündnisses Courage, vor. So
ist für den 11. September, ab 10 Uhr, eine Banner-Aktion bzw. eine
Banner-Menschen-Kette geplant, die den Markt mit dem Viehmarkt verbinden
soll. Die Transparente für dieses Vorhaben werden intensiv an Jenaer
Schulen vorbereitet. Auf
dem Markt soll an dem Vormittag ein Friedensfeuer entfacht werden und ein
Mahngang zu Wohnstätten ehemaliger jüdischer Familien in Pößneck
beginnen. Der "Platz des Buches" soll als "politischer
Lesegarten" dienen. Auf dem Viehmarkt wird zum Polit-Talk mit
prominenten Politikern eingeladen. In der Jüdeweiner Kirche soll ab 15
Uhr unter dem Motto "Der schöne Ort" an den Pfarrer Fritz
Heinrich erinnert werden, der in den 1930-ern den Pößnecker Nazis mutig
die Stirn geboten hatte. Auf
dem Viehmarkt will am Freitag, ab 18 Uhr, und am Samstag, ab 13 Uhr, ein
"Good Vibes Festival" mit jungen Bands aus ganz Thüringen einen
Kontrapunkt zu den musikalischen Angeboten des Neonazi-Festes setzen. Der
Pößnecker Stadtrat hat den "Pößnecker Aufruf Kein zweites Fest
der Völker am 11. September 2010" einstimmig beschlossen. "An
dem Tag wegzubleiben, hilft nicht", wandte sich der
Stadtratsvorsitzende Fritz Kleine ( DIE LINKE) an die Pößnecker. |