Schlecker-Beschäftigte dürfen nicht für die Krise zahlen

Die Drogeriekette Schlecker hat am 23. Januar 2012 Antrag auf Insolvenz gestellt. Zehntausende Arbeitsplätze sind in Gefahr, weil im Einzelhandel die Nachfrage stagniert und ein ruinöser Verdrängungs¬wettbewerb herrscht. Jahrelang hat Schlecker seine Beschäftigten drangsaliert, bespitzelt und versucht, ihre Löhne zu drücken. Es wäre fatal, wenn die Beschäftigten nun auch noch die Zeche für eine gescheiterte Unternehmenspolitik zahlen sollen.

Arbeitsplätze erhalten, Nachfrage stärken

Alle Kraft muss dem Erhalt der Arbeitsplätze gelten. Und es muss Schluss sein mit einer Strangulierung des Konsums und einem zügel¬losen Wettbewerb auf Kosten der Verkäuferinnen. Die Masseneinkom¬men müssen steigen, die Politik in den Wettbewerb beim Einzelhandel lenkend eingreifen. Die Krise im Einzelhandel ist nicht ohne eine Um¬verteilung des Reichtums und eine Stärkung der Nachfrage zu lösen.

Anton Schlecker nicht aus der Verantwortung lassen

DIE LINKE fordert eine Mitbestimmung der Gewerkschaft und des Be¬triebsrates im Insolvenzverfahren. Der milliardenschwere Firmeneig¬ner Anton Schlecker, einer der reichsten Männer der Republik, muss mit seinem Privatvermögen haften und sich so am Erhalt der Arbeits¬plätze beteiligen. Die Löhne müssen endlich wieder steigen. Der Staat muss den ungezügelten Wettbewerb im Einzelhandel unterbinden.