Keine Abrisswelle in Thüringer Altbauquartieren

Zunehmend konzentrieren sich die Thüringer Kommunen auf eine ausgewogene Entwicklung ihrer Stadtzentren. Denn attraktive und unverwechselbare Stadtzentren sind wichtigste Standortfaktoren. Daher ist es erfreulich, dass es in Thüringen bisher keinen flächenhaften Rückbau von Innenstadtquartieren gab.

Ein flächenhafter Rückbau von Innenstadtquartieren findet in keiner Thüringer Kommune statt, wie aus einer Kleinen Anfrage der Landtagsabgeordneten und wohnungspolitischen Sprecherin der Fraktion DIE LINKE Heidrun Sedlacik hervorgeht. In Thüringer Städten sind im Rahmen des Programms Stadtumbau-Ost bisher 1568 Wohneinheiten in Gebäuden mit einem Baualter vor 1919 beseitig worden, darunter 768 in Altbauquartieren. Denkmalgeschützte Gebäude wurden nicht abgerissen, heißt es in der Beantwortung der Anfrage weiter.

Die Linksfraktion forderte immer wieder eine nachhaltige Stadtentwicklung. Umbau-Prozesse müssen qualitativ gesteuert werden. Insofern begrüßt die LINKE nicht nur die angekündigte Fortführung des Stadtumbauprogramms Ost über das Jahr 2009 hinaus, sondern auch die Aufnahme von Steuerungselementen zur Vergabe von Mitteln beim Stadtumbau in der Verwaltungsvorschrift Städtebauförderung 2008.

„Die Thüringer Gemeinden haben trotz teilweise ungünstiger Rahmenbedingungen und widersprüchlicher Förderpolitik viel erreicht. Um diesen positiven Weg auch künftig fortsetzen zu können, bedarf es einer anderen Förderkulisse. Hier ist die Landesregierung aufgefordert, tätig zu werden und die Aktivitäten der Thüringer Gemeinden durch zielgerichtete  Förderpolitik zu unterstützen“, fordert Heidrun Sedlacik. Als Beispiel nennt sie die Ausrichtung der Landesförderpolitik auch auf Einzeldenkmäler. „Ein fehlendes Landesprogramm Denkmalschutz für Einzeldenkmäler führt dazu, dass hier weiter der Abriss droht. Aber auch hinsichtlich der Grundversorgungseinrichtungen, die zunehmend aus den Zentren verschwinden und sich an Stadträndern konzentrieren, ist ein Reagieren notwendig“, fügt Frau Sedlacik hinzu.

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